Wolkig
So 6.6.
13/18°
Bedeckt, Regen
Sa 7.6.
14/15°
Bedeckt
Mo 8.6.
13/15°

České Budějovice - Stadtbesichtigung
- Rund um das Stadtzentrum

Um jedoch das historische Stadtzentrum „von allen Seiten“ zu sehen, kann man sich noch zu einem Spaziergang durch den Stadtpark aufmachen. Die Parkanlage wurde entlang des Wasserkanals Mlýnská stoka errichtet, der das Stadtzentrum im Norden und Osten umfließt. Der künstlich angelegte Wasserkanal speiste den Burggraben, der als zusätzliche Schutzmaßnahme zu den Flüssen Vltava (Moldau) und Malše (Maltsch) diente, die die Stadt im Süden und Westen schützten. An dem Park entlang verläuft die stark befahrene Straße Na Sadech, dennoch bietet die Parkanlage die Möglichkeit zu einem ruhigen Spaziergang.

Vom Marktplatz aus gelangt man durch die Straßen Krajinská, U Černé věže, Kněžská oder Kanovnická in den Park. Die Kanovnická Straße zum Beispiel führt genau zum Eingang in den Park (bzw. Ausgang).

Stadtpark

Überquert man die stark befahrene Straße Na Sadech, gelangt man in die Straße Lannova třída. Deren Besichtigung heben wir uns jedoch für später auf und biegen stattdessen nach links in das Grün der Parkanlage ein. Hier halten wir kurz am Denkmal des Budweiser Unternehmers und Industriellen Vojtěch Lanna (1805 - 1866). Auf dem Sockel des aus dem Jahre 1897 stammenden Denkmals kann man interessante Reliefs mit symbolischen Darstellungen sehen.

Die Parkanlage, durch die unser Spaziergang weitergeht, entstand bereits Anfang des 19. Jahrhunderts an der Stelle der früheren Stadtbefestigung und des Wassergrabens. Seine heutige Gestalt erhielt der Park zwischen 1874 und 1879. Die Parkanlage beherbergt 58 Gehölzarten. Bald eröffnet sich der Blick auf eine Fläche mit einigen um einen steinernen Springbrunnen aufgestellten Sitzbänken.

Ein paar Schritte weiter kann man auf der anderen Seite der Straße Na Sadech die mehrstöckige Villa Eggert aus dem Jahre 1859 sehen. Sie war seinerzeit das erste Bauwerk dieser Art in Budweis, heute ist darin die Südböhmische Wissenschaftliche Bibliothek untergebracht. Sie ist jedoch bei weitem nicht die einzige interessante Villa der Stadt.

Villa Hardtmuth

Die wohl berühmteste Budweiser Villa ist die Villa Hardtmuth unweit des Eisstadions. Sie wurde für den Teilhaber der Bleistiftfabrik Franz Hardtmuth und seine Frau Anna zwischen 1911 und 1912 von dem Architekten Johann Stepan erbaut. Der wunderschöne prächtige Bau mit reicher Innenverzierungen erinnert fast an eine Adelsresidenz. In der Straße U Zimního stadionu findet man die von der englischen Architektur inspirierte Villa Lamezan aus der Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Der Erbauer der Villa ist jedoch nicht bekannt. Ein wunderschönes Beispiel für funktionalistische Architektur (allerdings mit puristischen Einflüssen) stellt die aus dem Jahr 1932 stammende Villa des Industriellen Miroslav Zátka in der Husova Straße dar. Aus dem Jahr 1935 stammt die bedeutende avantgardistisch-modernistische Villa in der Dukelská Straße Haus-Nr. 80, bemerkenswert ist hier die vorstehende halbrunde Treppe. Das Haus, das Dr. jur. František Švec gehörte, gilt in Fachkreisen als das modernste Budweiser Bauwerk der Vorkriegszeit.

Weiter geht es zur Kreuzung der Straßen Na Sadech, Husova třída und Pražská třída, die den Platz Mariánské náměstí bildet. Der Name des Platzes geht auf die auf diesem Platz 1716 errichtete Statuengruppe Budweiser Jungfrau Maria zurück.

Marien-Kaserne

An der Ecke der Straßen Husova und Pražská třída steht der zweistöckige klassizistische Gebäudekomplex der 1849 fertiggestellten Marien-Kaserne. Zu Zeiten der österreichisch- ungarischen Monarchie war dort das 91. Infanterieregiment untergebracht, 1915 verbrachte hier der Schriftsteller Jaroslav Hašek (1883 - 1923) als Einjährig-Freiwilliger einige Monate. Hier spielen auch einige Episoden seines Romans „Der brave Soldat Schwejk“.

Jaroslav Hašek war nicht der einzige berühmte Literat, dem „die Ehre“ zuteil wurde, in der Marien-Kaserne Dienst zu tun. Vor dem Ersten Weltkrieg diente hier (und wurde hier vermutlich auch arrestiert) der Dichter Fráňa Šrámek.