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Geschichte der Stadt České Budějovice ab 18 Jahrhundert

Zu ihrer einstigen Prosperität fand die Stadt jedoch erst im 18. Jahrhundert zurück. In dieser Zeit entstanden das prunkvolle barocke Rathaus (1727 - 1730), der Samson-Brunnen sowie das Wasserwerk und vor jedem der drei Stadttore wurde eine Skulptur aufgestellt. Ein wichtiger Moment, der zur Erhöhung des Bildungsstandes der Bürger beitrug, war die Ansiedlung der Piaristen in der Stadt, die hier ein lateinisches Gymnasium und ein Piaristen-Kolleg gründeten. Eine große Bedeutung in der Geschichte der Stadt hatte das Jahr 1751, in dem Budweis erstmals zum Verwaltungszentrum des neu errichteten Budweiser Bezirks wurde. Kaiser Josef II. löste im Rahmen seiner Kirchenreformen in der Stadt zwei Kloster auf, erhob jedoch 1785 Budweis gleichzeitig zum Bischofssitz.

České Budějovice in der Zeit der industriellen Revolution

České Budějovice - Das älteste „Bahnhofsgebäude“ in Kontinentaleuropa - die ursprüngliche Station der Pferdeeisenbahn, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Einen grundsätzlichen Wandel brachte im 19. Jahrhundert die industrielle Revolution. Zwischen 1827 und 1836 wurde eine Pferdeeisenbahn errichtet, die Budweis mit den österreichischen Städten Linz (1832) und Gmunden (1836) verband. Dabei handelte es sich um die überhaupt erste Eisenbahn in Kontinentaleuropa. Sie diente vor allem zur Beförderung von Waren, insbesondere von Salz (nach Böhmen). Zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt trug auch die Schiffbarkeit der Vltava (Moldau) bei. Diese bildete zusammen mit der Pferdeeisenbahn einen Verkehrsweg zur Warenbeförderung nach Prag und weiter in den Norden. Dies war eine der Voraussetzungen für die Entwicklung des Gewerbes in der Stadt. Belegt wird dies z. B. von der Gründung des Werks Koh-i- -noor Hardmuth, in dem aus einem Ton-Graphit- Gemisch Bleistiftminen hergestellt wurden. Die Budweiser Pferdeeisenbahn war 40 Jahre lang in Betrieb. Zwischen 1868 und 1874 wurde dann eine moderne Eisenbahnverbindung nach Prag, Wien und Pilsen gebaut.

Zum Stadtleben von Budweis gehörten um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert nationalistische Auseinandersetzungen zwischen Tschechen und Deutschen, die mancherorts in ernsthafte Konflikte übergingen. Typisch für diese Zeit war die Gründung von tschechischen und deutschen Vereinen mit der gleichen Ausrichtung, die sich dann gegenseitig Konkurrenz machten. Gleiches galt auch für Industriebetriebe. Die nationalistischen Rivalitäten zwischen Tschechen und Deutschen ließen lediglich den Budweiser Militärveteranenverein „kalt“. Es ist überliefert, dass der Verein bei einer seiner feierlichen Unternehmungen in der Natur eine Tafel mit folgender Aufschrift aufstellte: Wir sind keine Tschechen / wir sind keine Deutschen / wir sind k. u. k. Veteranen / österreichische Patrioten! Die nationalistischen Konflikte ebbten erst nach Ende des Ersten Weltkriegs im Zusammenhang mit der Entstehung der eigenständigen Tschechoslowakei (vorübergehend) ab.

České Budějovice und II. Weltkrieg

Am 15. März 1939 wurde die Stadt von den Nazis besetzt und die tschechischen Beamten sofort durch die deutsche Okkupationsverwaltung ersetzt. Zum Bürgermeister wurde ein Deutscher gewählt, in der Stadt errichtete man eine Amtsstelle der Gestapo. 1942 wurde die hiesige Synagoge von den Okkupanten auf barbarische Weise in die Luft gesprengt. Gegen Kriegsende, am 23. und 24. März 1945, erlebte Budweis zwei Luftangriffe US-amerikanischer Bomber, welchen viele Häuser und 200 Menschen zum Opfer fielen. Das Kriegsende erlebte Budweis am 9. Mai 1945 mit der Ankunft der sowjetischen Armee. Die Amerikaner mussten an der Demarkationslinie am südwestlichen Stadtrand Halt machen (vor der Langen Brücke - Dlouhý most). Die anschließende Aussiedlung der deutschen Einwohner betraf etwa 7.500 Personen, was etwa 16 % der Bevölkerung entsprach.

Entwicklung der Stadt České Budějovice in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert

České Budějovice - Campus der Südböhmischen Universität, Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.1949 wird Budweis Bezirksstadt, 1952 wird das historische Zentrum der Stadt zum städtischen Denkmalreservat erklärt. In den nachfolgenden Jahrzehnten entstanden vor allem einige neue Wohnviertel sowie z. B. das Kulturhaus, das städtische Schwimmbad und eine Reihe von bürgerlichen Einrichtungen. Einen grundsätzlichen Wandel erlebt die Stadt nach 1989 - die Zeit nach der Wende bringt einen Aufschwung in den Bereichen Kultur, Sport, Tourismus sowie moderne Industrie (Bosch, Madeta, Budvar usw.) mit sich. 1991 wird die Südböhmische Universität gegründet. Als bedeutendes Projekt gilt der Umbau des ehemaligen Militärflugplatzes in Planá bei České Budějovice zum Zivilflughafen (die Eröffnung ist für 2014 geplant).