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Geschichte der Stadt České Budějovice bis 17 Jahrhundert

Das Gebiet war vermutlich bereits im 6. Jahrhundert n. Chr. von slawischen Stämmen besiedelt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts lag nachweislich am rechten Flussufer etwa 1 km nördlich vom Zusammenfluss eine kleinere Siedlung, die nach ihren Besitzern, der verhältnismäßig bedeutenden Adelsfamilie Budiwoj, Budiwojovice hieß.

Gründung der Stadt České Budějovice

Gründung der Stadt České Budějovice - für den Bau wurde ein strategisch guter, von zwei Seiten durch die Flüsse Vltava (Moldau) und Malše (Maltsch) geschützter Standort gewählt., Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.1265 gründete hier König Přemysl Ottokar II. (ca. 1233 - 1278) eine neue königliche Stadt, um seinen Einfluss im südlichen Teil Böhmens zu verstärken. Da der Bau praktisch „auf der grünen Wiese“ erfolgte, konnten die Planer die Stadtmitte und die anliegenden Straßen wirklich großzügig bemessen. Der große quadratische Marktplatz und das rechteckige Netz von breiten Straßen sind ein typisches Beispiel für eine moderne mittelalterliche Stadt norditalienischer Art. Für den Bau wurde ein strategisch guter, von zwei Seiten durch die Flüsse Vltava (Moldau) und Malše (Maltsch) geschützter Standort gewählt. Im Norden und Osten wurde die Stadt größtenteils durch den künstlich angelegten Wasserkanal Mlýnská stoka geschützt. Zur gleichen Zeit wurde auch die Stadtbefestigung errichtet. Zusammen mit der Stadt entstand auch das Dominikanerkloster mit der Kirche Mariä Opferung, das älteste Baudenkmal von Budweis.

Wie bereits erwähnt, entstand Budweis als Maßnahme zur Verstärkung der königlichen Macht in Südböhmen, insbesondere gegen die expansive Politik des Adelsgeschlechts der Wittigonen (und später der Rosenberger), die im 13. Jahrhundert den Großteil von Südböhmen beherrschten. Genau gegen deren Attacken musste sich die Stadt später mehrmals verteidigen und wurde durch die Eroberungsversuche wiederholt stark beschädigt.

České Budějovice während der Regierungszeit des Karls IV.

Im 14. Jahrhundert wurde der direkte königliche Einfluss auf das Stadtleben immer schwächer, bis die Macht in die Hände der Bürger überging. Um die Mitte des 14. Jahrhunderts erteilte König Karl IV. der Stadt Budweis einige wichtige Privilegien. Im Umkreis von einer Meile um die Stadt durfte kein Bier gebraut und kein Handwerk ausgeübt werden. Außerdem mussten hier alle aus Österreich kommenden Händler Halt machen und ihre Waren den Budweiser Bürgern zum Kauf anbieten. Auch dank dieser Privilegien erlebte die Stadt einen bedeutenden Aufschwung.

Obwohl Budweis während der Hussitenunruhen auf der Seite der Feinde des Kelches stand, wurde die Stadt von Žižkas Truppen nie angegriffen. Der mächtige, Anfang des 14. Jahrhunderts fertiggestellte Stadtmauerring erweckte offensichtlich auch bei diesem gefürchteten Heerführer großen Respekt.

České Budějovice - Ein Blick auf den Přemysl-Ottokar-II.-Platz vom Schwarzen Turm aus., Foto: Archiv Vydavatelství MCU s.r.o.Im 15. und 16. Jahrhundert erlangte die Stadt České Budějovice immer mehr Reichtum durch den lukrativen Salzhandel, das Brauereiwesen, die Teichwirtschaft und die Fischwirtschaft sowie durch den Silberbergbau in der Umgebung des heutigen Rudolfov (Rudolfstadt) (von 1569 bis 1611 gab es in Budweis sogar eine Münzerei). Das Wachstum wirkte sich vor allem auf die bauliche Entwicklung der Stadt aus - die Bürger bauten ihre Häuser zu repräsentativen Renaissance-Residenzen um und der 72 m hohe Schwarze Turm wurde errichtet.

České Budějovice vs. Rosenberger

In der Geschichte der Beziehungen zwischen der königlichen Stadt Budweis und dem mächtigen Adelsgeschlecht der Rosenberger findet sich dafür eine Reihe von Beispielen, wie sich beide Seiten gegenseitig bekämpften und erst der letzte Rosenberger Herrscher, Peter Wok von Rosenberg (+1611), eine Ausnahme bildete. Trotz eigener finanzieller Schwierigkeiten ließ er in Kutná Hora (Kuttenberg) den legendären Rosenberger Silberschatz vermünzen und ermöglichte damit die Auszahlung und anschließende Auflösung der Passauer Truppen, die nach der erfolglosen Eroberung Prags Südböhmen plünderten. Mit seiner Großzügigkeit befreite Peter Wok de facto Budweis von den rücksichtslosen Passauer Söldnern, die die Stadt besetzten und vom Schwarzen Turm aus Artillerie-Übungen veranstalteten.

Der wirtschaftliche Aufschwung von Budweis wurde durch die dramatischen Ereignisse in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts gebremst: den Einfall der Passauer Truppen 1611 und vor allem den Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648. České Budějovice (Budweis) wurde während des Dreißigjährigen Kriegs gleich zweimal zum Versteck für die Krönungsinsignien. Diese wurden in der Kirche St. Nikolaus aufbewahrt und streng bewacht. Das erste Mal geschah dies zwischen 1633 und 1634, als Prag ein „gefährliches Pflaster“ war, das zweite Mal von 1634 bis 1635.

Der Dreißigjährige Krieg hatte für Budweis vor allem wirtschaftliche Folgen, der schlimmste Schlag kam jedoch von anderer Seite: 1641 brach in der Stadt eine verheerende Feuersbrunst aus, bei der mehr als die Hälfte aller Häuser zerstört wurde. Folge des Unglücks war jedoch eine neue Bautätigkeit. Beweis dafür ist u. a. das erste hiesige Bauwerk im reinen Barockstil - das Kapuzinerkloster mit der Kirche St. Anna.